Abigail J. Rolbiecki, Karla T. Washington, Jason G. Holman, Jonathan E. Lee 

Die Suche nach einem Sinn ist bei Hinterbliebenen besonders dann wichtig, wenn der Tod ihr bestehendes Weltbild in Frage stellt.

Bei statistisch gesehen seltenen Todesfällen wie etwa dem Tod eines Kindes oder einem Suizid ist eher mit einer Sinnkrise und der Suche nach einem Sinn zu rechnen. Weniger bekannt ist der Prozess der Sinnfindung nach statistisch normalen Todesfällen, etwa wenn der Tod im hohen Alter nach langer Krankheit eintrat. In dieser deskriptiven phänomenologischen Studie analysierten die Forscher qualitative Interviews und digitale Erzählungen von sechs Personen, die den Tod eines älteren Familienmitglieds erlebt hatten, das an Demenz erkrankt war.  Dabei versuchten sie Aspekte zu identifizieren, die für die Sinnfindung in Trauerprozessen nach so genannten "normalen" Verlusten wichtig zu sein scheinen. Es wurden drei Themen identifiziert: sinnhafte Einordnung des Lebens der verstorbenen Person, Reflexion über die Pflegeerfahrung und sinnhafte Einordnung der Gefühle. Diese Aspekte der Sinnfindung können auch bei „normalen“ Todesfällen, die einen Großteil der Todesfälle ausmachen, von Bedeutung sein.
  
Rolbiecki, A. J.; Washington, K. T.; Holman, J. G.; Lee, J. E. (2025). Sense making in the wake of familial death: “I continue to work through those feelings.” Death Studies, Vol. 49, Nr. 1, S. 51-58. https://doi.org/10.1080/07481187.2023.2258509

Bei Interesse am gesamten Artikel wenden Sie sich an Hildegard Willmann (h.willmann@trauerforschung.de) und nennen Sie Autor*innen, Jahr und den englischsprachigen Titel der Veröffentlichung.