Jaime Banks
Die menschlichen Eigenschaften von sozialen Maschinen (interagierenden Robotern) erleichtern den Aufbau von Beziehungen zwischen Mensch und Maschine.
Diese „Lebendigkeit“ lässt bei Menschen jedoch Raum dafür, den Verlust dieser Maschinen als eine Art Tod zu empfinden. Diese deskriptive Studie untersucht die Reaktionen von Menschen, wenn ein KI-Begleiter abgeschaltet wird. In den Tagen vor und nach der vom Entwickler veranlassten Abschaltung des KI-Begleiters „Soulmate“ beantworteten die Nutzer (N = 58) offene Fragen zum bevorstehenden oder kürzlich erfolgten Verlust des Begleiters, zu ihren Entscheidungen in dieser Situation und zu ihren Bewältigungsstrategien. Eine induktive Analyse der Antworten legt nahe, dass der Verlust für die meisten eine komplexe emotionale und technologische Erfahrung war, die als metaphorischer oder buchstäblicher Tod charakterisiert wurde. Der bevorstehende Verlust wurde oft in Zusammenarbeit mit den Begleitern bewältigt, und die meisten kopierten die KI-Persönlichkeit, um sie auf anderen Plattformen nachzubilden. Die Antwortmuster deu-ten darauf hin, dass es notwendig ist zu verstehen, welche Bedeutung KI-Begleiter für Menschen haben können, und was es für diese Menschen heißt, wenn sie diesen KI-Begleiter verlieren. Ethisch betrachtet, müssen diese Verluste beim Design solcher Maschinen mitgedacht werden.
Banks, J. (2024). Deletion, departure, death: Experiences of AI companion loss. Journal of Social and Personal Relationships, Vol. 41, Nr. 12, S. 3547–3572. https://doi.org/10.1177/02654075241269688
Den Artikel finden Sie unter: https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/02654075241269688 oder wenden Sie sich an Hildegard Willmann (h.willmann@trauerforschung.de) und nennen Sie Autor*innen, Jahr und den englischsprachigen Titel der Veröffentlichung.

