Heidi Müller, Daniel Berthold, Susanne Kiepke-Ziemes, Bettina K. Doering
Fragestellung: Der Verlust einer Bezugsperson kann die Gesundheit und Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen nachhaltig beeinträchtigen.
Das Vorhandensein einer bedarfsgerechten Unterstützung dieser Personengruppe ist fraglich. Denn in Deutschland fehlt ein Rahmen, der die trauerspezifische Versorgung von Kindern und Jugendlichen unter Berücksichtigung der unterschiedlichen beteiligten Berufsgruppen und Institutionen strukturiert und zum Aufbau qualitativer Standards beiträgt. In Irland existiert ein diesbezüglich gestuftes Versorgungsmodell, das international diskutiert wird. Eine Anpassung dieses Konzepts an den deutschen Versorgungsraum und seine Dissemination können zu einer Professionalisierung der Trauerversorgung von Kindern und Jugendlichen beitragen.
Methodik: Die Adaption des Versorgungsrahmens erfolgt anhand eines iterativen Konsensverfahrens mit Expert_innen aus den Bereichen Psychologie, Psychotherapie, Trauerberatung, Trauerbegleitung und Soziale Arbeit.
Ergebnisse: Die Adaption sieht ein vierstufiges Versorgungsmodell für Deutschland vor, das bereits auf gesellschaftlicher Ebene ansetzt. In Abhängigkeit von den Bedarfen der Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien kann eine Unterstützung durch das soziale Umfeld, niedrigschwellige bzw. psychotherapeutische Angebote erfolgen. Die Ermögli-chung von Übergängen zwischen den verschiedenen Versorgungsstufen erscheint besonders relevant, um der Dynamik von Unterstützungsbedarfen Rechnung zu tragen.
Schlussfolgerungen: Die Etablierung eines gestuften Versorgungsrahmens kann zu ei-ner bedarfsgerechteren Versorgung von trauernden Kindern und Jugendlichen beitra-gen. Seine Implementierung setzt eine strukturierte Bedarfserkennung voraus, die das Potenzial hat, Versorgungslücken zu vermeiden.
Müller, H., Berthold, D., Kiepke-Ziemes, S., Doering, B. K. (2025). Gestufte Trauerversorgung auch für Kinder und Jugendliche. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Vol. 0, Nr. 0. DOI: 10.1024/1422-4917/a001062.
Den Artikel finden Sie unter: https://econtent.hogrefe.com/doi/full/10.1024/1422-4917/a001062 oder wenden Sie sich an Hildegard Willmann (h.willmann@trauerforschung.de) und nennen Sie Autor*innen, Jahr und den englischsprachigen Titel der Veröffentlichung.

