Pascalle Paumen, Katleen Gabriels 

Auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Trauertechnologien werden als Lösungen für Trauer angeboten.

So werden KI-Trauerbots anhand der digitalen Hinterlassenschaft des Verstorbenen oder Sterbenden trainiert, um diese nachzubilden. Aktuelle Forschungsarbeiten untersuchen, ob diesbezügliche Technologien eine „gesunde“ Trauer fördern oder behindern, wobei sie existierende Annahmen über „normale“ Trauer vielfach ignorieren. Anhand einer multimodalen kritischen Diskursanalyse untersucht dieser Artikel die Darstellungen und Framings von KI-Trauertechnologien in Dokumentar-filmen und auf den Websites von sechs Anbietern (Seance AI; Eternos; You, Only Vir-tual; HereAfter AI; Project December; re;memory). Wir zeigen auf, wie KI-Trauertechnologien aktuell dazu beitragen, Trauer als ein zu lösendes technisches Problem zu definieren. Die technologischen Lösungen setzen an bestehenden psycho-logischen Diskursen über „normale“ Trauer an und präsentieren KI als Mittel zur Linderung oder Heilung von Tod und Trauer. Dokumentarfilme über KI-Trauertechnologien spielen eine wesentliche Rolle bei der Verfestigung der Abgrenzung zwischen Normalität und Abnormalität. Trauer wandelt sich von einer menschlichen Erfahrung zu etwas, das durch KI effizienter gestaltet oder ganz vermieden werden kann und sollte.

Paumen, P., Gabriels, K. (2026). Never say goodbye: assumptions of ‘normal’ grief in framings and portrayals of AI grief technologies. Journal of Responsible Technology, Vol. 25, 100149, https://doi.org/10.1016/j.jrt.2026.100149.

Den Artikel finden Sie unter: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2666659626000028 oder wenden Sie sich an Hildegard Willmann (h.willmann@trauerforschung.de) und nennen Sie Autor*innen, Jahr und den englischsprachigen Titel der Veröffentlichung.