Rebecca L. Utz, Kristin L. Swenson, Michael Caserta, Dale Lund, Brian de Vries

Fragestellung: Auch wenn die soziale Unterstützung nach dem Verlust des Ehepartners zunimmt, gehört Einsamkeit zu den am häufigsten genannten Herausforderungen verwitweter Personen. Diese Untersuchung beleuchtet die Zusammenhänge zwischen sozialer Unterstützung und Einsamkeit bei älteren Personen in der ersten Zeit nach dem Tod des Ehepartners.

Methoden: Für diese Untersuchung wurden die Daten von 328 Teilnehmern aus der „Living After Loss (LAL) Studie ausgewertet. Alle Teilnehmer waren 50 Jahre alt oder älter. Mithilfe eines speziellen Analyseverfahrens (Methode der latenten Wachstums-kurvenmodelle) wurde untersucht, wie sich die soziale Unterstützung und das Gefühl der Einsamkeit in den ersten eineinhalb Jahren nach dem Verlust entwickeln.
Ergebnisse: Es zeigte sich, dass sowohl die soziale Unterstützung wie auch das Gefühl der Einsamkeit in den ersten 1,5 Jahren nach dem Verlust nachließen. Mehr soziale Unterstützung korrelierte mit einem geringen Erleben von Einsamkeit. Dennoch veränderte der Erhalt von Unterstützung das Erleben von Einsamkeit nicht unmittelbar. Das Erleben von Einsamkeit korrelierte stärker mit der sozialen Unterstützung durch Freunde als mit der Unterstützung von Familienmitgliedern. Die Unterstützung von Freunden und der Familie zusammengenommen erklären 36% der Varianz in Bezug auf Einsamkeit.
Diskussion: Es scheint als würden Einsamkeit und soziale Unterstützung zusammenhängen. Doch Interventionen, die allein darauf abzielen, die soziale Unterstützung zu verstärken, haben keinen Einfluss auf das Maß an erlebter Einsamkeit. Betroffene erleben insbesondere Freunde, aber auch die Familie, immer dann als hilfreich, wenn sie mit ihnen ungehindert über ihre Situation sprechen können und leicht erreichbar sind.

Utz, Rebecca L.; Swenson, Kristin L.; Caserta, Michael; Lund, Dale; DeVries, Brian (2014): “Feeling lonely versus being alone: loneliness and social support among recently bereaved persons”, in: Journals of Gerontology, Series B: Psychological Sciences and Social Sciences, Vol. 69, Nr. 1, S. 85–94.

Bei Interesse finden Sie den gesamten englischsprachigen Artikel hier als PDF-Download.


 

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