Grundlagen

Im Folgenden erhalten Sie in der Regel kurze Abstracts der Newsletterartikel aus dem Bereich "Grundlagen". Sollten Sie Interesse an bestimmten Artikeln oder Themen haben, wenden Sie sich bitte an unser Team.

Leonie Dietl, Birgit Wagner, Thomas Fydrich

Hintergrund: Für die kommende Neufassung der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandten Gesundheitsprobleme (International Statistical Classification of Diseases; ICD-11) wird die Aufnahme einer neuen Diagnose diskutiert: die anhaltende Trauerstörung (prolonged grief disorder). Diese Diagnose beschreibt eine dauerhaft bestehende, intensive und beeinträchtigende Reaktion auf einen Verlust (WHO, 2016b). Mit Hilfe der vorliegenden Befragung wurde ermittelt, wie hoch die Akzeptanz dieser Diagnose bei Fachkräften des Gesundheitswesens und im psychosozialen Bereich ist.

Peter Conrad, Caitlin Slodden 

Von einer Medikalisierung spricht man, wenn Zustände und Probleme, die aus medizinischer Sicht früher als nicht behandlungsbedürftig angesehen wurden, auf einmal als medizinische Probleme (Krankheit) eingestuft werden.

Margaret Stroebe, Henk Schut, Kathrin Boerner

Der Glaube an die sogenannten Trauerphasenmodelle scheint in der Wissenschaft und der Praxis immer noch tief verwurzelt zu sein. Viele Fachkräfte des Gesundheitswesens „verordnen“ ihren trauernden Klienten regelrecht das Durchleben der Phasen.

Jesse E. Roberts, Andrea J. Thomas, James P. Morgan

Wie können die Ansichten der Positiven Psychologie Menschen in Verlustsituationen helfen? Zur Beantwortung der Frage beleuchten wir die Themen Verlust und Trauer aus der Sicht der Positiven Psychologie.

Birgit Wagner

Der Verlust einer nahestehenden Person hat in der Regel einen normalen und nicht pathologisch verlaufenden Trauerprozess zur Folge. Die Reaktionen auf einen Verlust können sowohl kulturell als auch individuell sehr unterschiedlich erlebt werden und nur ein kleiner Teil der Trauernden zeigt eine pathologische Symptomatik, welche zu einer Einschränkung in sozialen und anderen wichtigen Lebensbereichen führt.

Robert Fulton

Sterben, Tod und Trauer, so hieß das Seminar, das ich ab 1963 an der Universität von Minnesota angeboten habe. Doch die Begriffe Sterben, Tod und Trauer haben heute, im Jahr 1976, nicht mehr die Bedeutung, die sie damals hatten.

Tony Walter

Heutzutage werden in der Vorstellung einiger Menschen Verstorbene zu Engeln. Anhand von wissenschaftlichen Studien aber auch Anekdoten wird dieser Idee nachgegangen. Dabei werden in diesem Beitrag folgende Fragen untersucht: Wer wird zum Engel? Welche Personen glauben daran? Wie verhalten sich Engel, die ehemals Menschen waren? Wie sehen sie aus? Wo und wann kann man ihnen begegnen? Und in welcher Weise wird an sie geglaubt?

Joachim Wittkowski, Rainer Scheuchenpflug

Gegenstand der Untersuchung ist die Frage, ob bei Erwachsenen Unterschiede in der Ausprägung verschiedener Aspekte des Trauerns in Abhängigkeit von der Dauer des Trauerprozesses bestehen.

Adriana C. Silva, Natalia P. de Oliveira Ribeiro, Alexandre R. de Mello Schier, Oscar Arias-Carrión, Flavia Paes, Antonio E. Nardi, Sergio Machado, Tamires M. Pessoa

Trauer ist eine Erfahrung, die jeden Menschen betrifft. In den letzten Jahren ist das wissenschaftliche Interesse an trauerspezifischen Themen stark angewachsen. Dennoch sind Studien, die neurologische Aspekte im Zusammenhang mit Trauer nach dem Tod einer geliebten Person betrachten, sehr rar. Wir fanden fünf Studien, in denen dieser Zusammenhang untersucht wurde.

Richard A. Bryant

Ziel des Reviews: Das Konstrukt der Komplizierten Trauer ist empirisch gut belegt. Trotzdem wurde der Vorschlag, sie als psychische Erkrankung in das Klassifikationssystem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 5th Edition (DSM-5) mit aufzunehmen, sehr kontrovers diskutiert und letztendlich abgelehnt. Diese Übersichtsarbeit erläutert die Argumente für und gegen die Komplizierte Trauer als eigenständige Diagnose und beleuchtet, welche Auswirkungen diese Entscheidung hat.

Leeat Granek

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Psychologie fast ausschließlich darauf konzentriert zu erforschen, ob, wann und warum Trauer als psychische Störung betrachtet werden kann. Ich habe untersucht, woher diese Fixierung auf die Psychopathologie von Trauer kommt und dabei herausgefunden, dass unsere Fachrichtung selbst an einer Art Bindungsstörung leidet.

Dennis Klass

Der Autor ist der Ansicht, dass die Trauerforschung ihren Blick einseitig auf das gute Gelingen der Trauer ausrichtet. Damit wird vernachlässigt oder gar kleingeredet, was intensive und lang anhaltende Trauer kennzeichnet: Leid und Trost. Leid besteht aus zwei Komponenten: der Sehnsucht nach dem Verstorbenen und Niedergeschlagenheit.

Armed Conflict Work Group of the International Work Group on Death, Dying, and Bereavement

Gewalttaten mit tödlichem Ausgang rufen intensive Emotionen hervor und setzen vorprogrammierte Reaktionsmechanismen in Gang. Deshalb reagieren betroffene Menschen, einschließlich von Führungspersönlichkeiten, Medien, Streitkräften und der breiten Öffentlichkeit, häufig so, dass ein Kreislauf von Gewalt entsteht, der die Situation verschlimmert. Dieser Beitrag stellt ein Modell des Gewaltkreislaufs vor, welches vernunftgeleitete Analysen und Maßnahmen in diesen Situationen fördern soll. Ausgehend von einer Gewalttat mit tödlichem Ausgang zählt das Modell eine Reihe interagierender Faktoren auf, welche zu einem bewaffneten Konflikt führen können. Hierzu zählen Wahrnehmungsverzerrungen und spontane Überreaktionen, welche Auswirkungen auf die Öffentlichkeit und ihre Volksvertreter haben.

Dr. Ronald Pies

Die Frage, wo die Grenze zwischen normaler Niedergeschlagenheit oder Trauer und klinischer Depression zu ziehen ist, wird nicht nur von der Allgemeinheit sondern auch innerhalb der Psychiatrie sehr kontrovers diskutiert. Außerdem wird zwar häufig gefordert, dass es zum Verständnis von Depression eines „pluralistischen“ und umfassenden Zuganges bedürfe. Dennoch haben nur wenige Autoren versucht, Erkenntnisse aus der spirituellen, philosophischen und neurobiologischen Literatur zu integrieren. Der Autor dieses Beitrags legt dar, dass eine solche Synthese möglich ist und dass unser Verständnis von normalem seelischen Schmerz und klinischer Depression durch die Einbindung dieser verschiedenen Erkenntnisquellen bereichert werden kann.

Dr. George A. Bonanno, Laura Goorin, Karin G. Coifman

Traurigkeit (sadness) und Trauer (grief) sind universell und für die meisten Menschen unvermeidbarer Bestandteil menschlicher Erfahrung. Beide Begriffe, Traurigkeit und Trauer, sind konzeptionell und phänomenologisch ähnlich, so ähnlich sogar, dass sie manchmal synonym verwendet werden. Doch es ist wichtig zu wissen, dass Traurigkeit und Trauer nicht das Gleiche sind. Vielmehr ist ihre Unterscheidung hilfreich, um einzigartige und wichtige Aspekte menschlichen Verhaltens zu erklären.

Dr. Kevin Ann Oltjenbruns

Der Entwicklungsstand eines Kindes bestimmt, welches Verständnis (oder noch nicht vorhandene Verständnis) ein Kind vom Konzept Tod und den damit zusammenhängenden Trauerreaktionen hat. Er bestimmt weiterhin, welche Bewältigungsstrategien vorhanden sind. Dieses Buchkapitel zeigt, wie der Entwicklungsstand die kindlichen Reaktionen auf einen Verlust beeinflusst. Besonderes Hauptaugenmerk wird in diesem Zusammenhang auf die Verfügbarkeit bestimmter Fähigkeiten, die Notwendigkeit, spezifische Entwicklungsaufgaben bewältigen zu müssen und die Festlegung, welches die primären psychosozialen Bedürfnisse sind, gelegt. Diese entwicklungspsychologische Sichtweise soll  Fachkräften als Gerüst dienen, welches ihnen hilft, ein tiefergehendes Verständnis von kindlichen Trauerprozessen zu gewinnen.

Dr. Andreas Maercker, Dr. Hansjörg Znoj

Ebenso wie traumatische Erlebnisse bei manchen Menschen eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) auslösen können, kann Trauer für einige Hinterbliebene zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Derzeit erkennen sowohl das DSM-IV als auch die ICD-10 keine Art von Trauer als psychische Störung an. Dieser Überblicksartikel fasst die neuesten Entwicklungen in Bezug auf die Definition, Beurteilungskriterien, Prävention und Behandlung von Komplizierter Trauer (complicated grief disorder - CGD) zusammen und vergleicht CGD mit PTBS.

Dr. Colin Murray Parkes 

Ich (Colin Murray Parkes)* empfinde es als Privileg, mitverfolgen zu dürfen, wie die Situation von Hinterbliebenen in den letzten Jahrzehnten zu einem Thema für die Wissenschaft wurde. Ich durfte viele der Pioniere in diesem Bereich persönlichen kennenlernen und daran mitwirken, den gemeinsamen Weg zu bahnen. In diesem Kapitel will ich die aus meiner Sicht wichtigsten Meilensteine dieses Weges vorstellen und daraus anschließend einige Schlussfolgerungen ziehen.

Dr. Colin Murray Parkes

Einige Begriffe, die häufig verwendet werden wenn es um Trauer geht, sind mehrdeutig oder missverständlich.

Dr. Darcy Harris

Hinterbliebene erleben oft großen sozialen Druck sich in der Trauer entsprechend gesellschaftlicher Normen zu verhalten. Diese Normen wirken sich auf das Erleben von Trauer, statt unterstützend, meist eher einengend aus.

Dr. Tony Walter

Weitgehend gestützt auf bereits veröffentlichte Literatur, untersucht dieser Beitrag eine von Frank* stammende Hypothese. Diese besagt, dass die derzeit stark anwachsende Zahl an autobiografischen Berichten über Trauer den Versuch der Betroffenen darstellt, der Medikalisierung von Trauer ihre Sichtweise entgegen zu stellen.

Dr. Joan Halifax

Dieser Beitrag beruht auf einem Vortrag, den Joan Halifax anlässlich der 9th International Conference on Grief and Bereavement in Contemporary Society in Miami, USA, gehalten hat.

Dr. Darcy Harris, Dr. Robert A. Neimeyer

Dieser Beitrag ist die Zusammenfassung des Kapitels "Building Bridges in Bereavement Research and Practice. Some concluding reflections." aus dem Buch "Grief and Bereavement in Contemporary Society. Bridging Research and Practice".

Dr. M. Katherine Shear

Der Verlust eines nahestehenden Menschen ist ein sehr belastendes Lebensereignis, welches in der Regel schmerzhafte und beeinträchtigende akute Trauerreaktionen hervorruft. Im Allgemeinen setzt sich ein Prozess in Gang, welcher langfristig wieder in einem zufriedenstellenden, möglicherweise veränderten Leben mündet.

Dr. David E. Balk

Der Autor vertritt die Ansicht, dass der Begriff recovery1 den Trauerprozess der meisten Hinterbliebenen treffend beschreibt. In der englischsprachigen Literatur über Sterben, Tod und Trauer hat der Begriff resilience2 an Bedeutung gewonnen, wohingegen der Begriff recovery in Misskredit fiel, weil er als unangemessen zur Beschreibung der Erfahrungen von Hinterbliebenen galt.

Buchtipp:



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