Iren Johnson, Kari Dyregrov

Freundschaften sind für alle Menschen sehr wichtig. Ganz besonders bedeutsam sind sie jedoch für junge Menschen. Dennoch wurde bislang kaum untersucht, welche Auswirkungen der Tod eines engen Freundes oder einer engen Freundin auf junge Menschen hat.

Diese Gruppe von Hinterbliebenen wird häufig übersehen. Um ihnen helfen zu können, müssen wir ihre Bedürfnisse wahrnehmen und mehr Kenntnisse über ihre Verarbeitungsprozesse gewinnen. Diese Untersuchung ist Teil einer breit angelegten Langzeitstudie. Sie soll dabei helfen, die Situation der Hinterbliebenen nach dem Terrorattentat von Utøya in Norwegen am 22. Juli 2011 besser zu verstehen. In dieser Studie haben wir mit 13 jungen Erwachsenen qualitative Tiefeninterviews geführt. Wir wollten wissen, wie sie den Verlust eines engen Freundes, einer engen Freundin erlebt haben. Zentrale Themen waren: Wie die Todesumstände die Verarbeitung erschweren, der tagtägliche Umgang mit dem Verlust, die Anerkennung von Freunden als trauernder Mensch. Die Ergebnisse zeigen, dass der Tod eines engen Freundes, einer engen Freundin tiefgreifende Auswirkungen auf die jungen Menschen hat und dass der Verlust eines Freundes, einer Freundin eine besondere Verlusterfahrung ist, die nicht mit anderen Verlusten gleichgesetzt werden kann.

Johnson, Iren; Dyregrov, Kari (2016): “Only a Friend”: The Bereavement Process of Young Adults After the Loss of a Close Friend in an Extreme Terror Incident - A Qualitative Approach”, in: OMEGA-Journal of Death and Dying, Vol. 74, Nr. 1, S. 16–34.

Bei Interesse am gesamten Artikel wenden Sie sich bitte an h.willmann@trauerforschung.de

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