Simon Shimshon Rubin

Robert Kastenbaum ist Mitbegründer der Zeitschrift Omega. Er setzte sich dafür ein, dass den Themen Sterben, Tod und Trauer in den wissenschaftlichen, klinischen und gesellschaftlichen Diskursen wieder mehr Beachtung geschenkt wurde und wird. Dieser Beitrag setzt die von Bob begründete Tradition fort. Er stellt die jüdischen Traditionen vor, die mit einem Verlust einhergehen.

Als Grundlage zur Einordnung des Erlebens dient das Two-Track Model of Bereavement (zweigleisiges Trauermodell). Nach einer kurzen Einführung werden die zentralen Aspekte vorgestellt, die für den Glaubenden in dieser Situation von Bedeutung sind. Daraufhin werden zwei übliche Arten vorgestellt, wie Menschen jüdischen Glaubens auf den Schmerz reagieren. Anschließend wird der im Judentum übliche zeitliche Ablauf verschiedener Trauerrituale betrachtet – beginnend mit Aninut (vor der Beerdigung), über Shiva (in der ersten Woche nach dem Verlust), Shloshim (dem ersten Monat danach) und Shanah (dem ersten Jahr) bis hin zu den Zusammenkünften, die über den ganzen Lebenszyklus hinweg erwartet werden. Auch die Traditionen Yizkor und Kaddish werden thematisiert. Das Judentum bietet seinen Gläubigen Ansatzpunkte dafür, was von ihnen in der Zeit nach dem Verlust erwartet wird, z.B. inwieweit sie im Alltag „funktionieren“ müssen. Darüber hinaus liefern die jüdischen Traditionen den Hinterbliebenen zahlreiche Anlässe für Zusammenkünfte. Sie werden abgehalten, um sich der Verstorbenen zu erinnern, von ihnen zu erzählen und die fortgesetzte Bindung fortwährend überarbeiten und lebendig erhalten zu können.

Rubin, Simon Shimshon (2015): “Loss and Mourning in the Jewish Tradition”, in: OMEGA - Journal of Death and Dying, Vol. 70, Nr. 1, S. 79-98.

Bei Interesse finden Sie den gesamten englischsprachigen Artikel als PDF-Download unter www.trauerforschung.de oder unter https://www.researchgate.net/publication/267728876_Loss_and_Mourning_in_the_Jewish_Tradition

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