Martin Lytje, Atle Dyregrov

Der Verlust eines Elternteils hat nachhaltige Auswirkungen auf das Leben eines Kindes. Eine Welt, die bis dahin als sicher und vorhersehbar erlebt wurde, ist plötzlich fremd, beängstigend und unsicher (Green & Connolly, 2009). In der Folge kann das Kind daran zweifeln, ob es jemals wieder Freude am Leben finden wird oder lernt, den Verlust zu integrieren.

Der Tod eines Elternteils stellt leider keine Seltenheit dar. So berichten Pearlman, Schwalbe und Cloitree (2010), dass in den westlichen Industrienationen ungefähr 4% aller Kinder unter 18 Jahren ein Elternteil oder beide Eltern verliert. Im Verlauf des letzten Jahrzehntes stimmten die Wissenschaftler zunehmend darin überein, dass der Tod eines Elternteils in der Kindheit weitreichende Auswirkungen haben kann. Junge Menschen, die diese Verlusterfahrungen machen, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, psychische, körperliche und soziale Probleme zu entwickeln. Im Falle einer unheilbaren Erkrankung des Elternteils können diese Schwierigkeiten sowohl vor dem Tod auftreten (e.g. Lytje, 2016b; Phillips, 2014) wie auch in der Zeit nach dem Verlust (e.g. Dowdney, 2000; Nielsen, Sørensen, & Hansen, 2012). Mit der Zeit legt sich die Mehrzahl der Probleme, dennoch gibt es einige, die hartnäckig weiterbestehen können.
Dieser Review-Artikel untersucht die kurz-, mittel- und langfristigen Folgen für Kinder, die ein Elternteil durch den Tod verloren haben. Hierfür wurde die Fachliteratur der letzten zwei Jahrzehnte analysiert. Ergänzend werden Studien vorgestellt, die sich mit der Erforschung der psychischen, körperlichen und den sozialen Auswirkungen sowie mit den Folgen für die allgemeine Gesundheit befasst haben. Dabei beschränkt sich das Review darauf, nur ausgewählte Fachliteratur vorzustellen und bespricht auch die Einschränkungen und das Qualitätsniveau der Studien.

Lytje, Martin; Dyregrov, Atle (2019): “The price of loss – a literature review of the psychosocial and health consequences of childhood bereavement”, in: Bereavement Care, Vol. 38, Nr. 1, S. 13-22.

Bei Interesse am gesamten Artikel wenden Sie sich bitte an h.willmann@trauerforschung.de.

Buchtipp:



Mehr Infos zum Buch/ bestellen...