Brian de Vries, Rebecca Utz, Michael Caserta, Dale Lund

Ziele: Diese Studie untersuchte, was Freunde und Familienangehörige zum sozialen und emotionalen Wohlbefinden von Frauen und Männern beitragen können, die seit zwei bis sechs Monaten verwitwet sind bzw. Ihren Lebenspartner verloren haben.

Methoden: An der Studie nahmen 328 verwitwete Personen im Alter von 50 Jahren und mehr teil. 39% der Teilnehmer waren Männer. Jeder erhielt mehrere Fragebögen, die er selbstständig ausfüllte. Zum einen enthielt die Studie Fragen zur Häufigkeit und Zufriedenheit mit den sozialen Kontakten zu Freunden und Familienangehörigen. Zum anderen bezogen sich die Fragen auf die emotionalen Reaktionen (z.B. Trauer und Depression), die der Verlust ausgelöst hat. Abschließend sollten die Teilnehmer ihren Umgang mit dem Verlust einschätzen (z.B. Selbstwirksamkeit, erfolgreiche Bewältigung, Selbstwert).
Ergebnisse: Die Regressionsanalysen bestätigen die positiven Aspekte von sozialer Unterstützung und Interaktion. Insbesondere Freundschaften spielen eine wichtige Rolle: Waren die Freunde leicht erreichbar und die Befragten zufrieden mit der Unterstützung der Freunde, dann schätzten sie ihren Umgang mit dem Verlust positiver ein. Nahmen Teilnehmer häufiger freundschaftliche Hilfe in Anspruch, war das verbunden mit heftigeren Reaktionen auf den Verlust. Zeigten sie eine große Zufriedenheit mit der Unterstützung der Freunde war das hingegen verbunden mit positiveren emotionalen Reaktionen.
Diskussion: Die Analysen bestätigen, wie wichtig Freundschaften sind. Werden sie freiwillig eingegangen und wirken sie integrierend, dann können sie Betroffenen in Lebenskrisen Halt geben und Mut machen. Insgesamt erweitern die Ergebnisse unser Verständnis für die bislang zu wenig erforschte und einzigartige Bedeutung von Freundschaften für frisch verwitwete Personen.

De Vries, Brian; Utz, Rebecca; Caserta, Michael; Lund, Dale (2014): “Friend and family contact and support in early widowhood”, in: Journals of Gerontology, Series B: Psychological Sciences and Social Sciences, Vol. 69, Nr. 1, S. 75-84.

Bei Interesse finden Sie den gesamten englischsprachigen Artikel hier als PDF-Download.


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