Anthony D. Mancini, Don Robinaugh, Katherine Shear, George A. Bonanno

Die derzeitigen Forschungsergebnisse zum Einfluss eines vermeidenden Bindungsverhaltens auf die Anpassung an einen Verlust sind widersprüchlich. Das Ziel der vorliegenden Studie war es, diesen Widerspruch aufzulösen, indem sie die Beziehungsqualität als moderierende Variable untersuchte.

Die Autoren werteten hierfür Daten einer Langzeitbefragung von verwitweten Ehepartnern aus (N=550), die vier und 18 Monate nach dem Tod erhoben wurden. Es zeigte sich ein Dreifachinteraktionseffekt zwischen vermeidendem Bildungsstil, Bindungsangst und Beziehungsqualität im Hinblick auf die Vorhersage von Komplizierter Trauer 18 Monate nach dem Verlust. Dabei wurden die maßgeblichen Symptome einer Komplizierten Trauer auch schon nach vier Monaten abgefragt. Die Ergebnisse zeigen, dass beim Vorliegen einer positiven Beziehungsqualität Betroffene mit einem vermeidenden Bindungsstil (stark ausgeprägte Vermeidung, geringe Trennungsangst) zwischen dem vierten und dem achtzehnten Monat eine deutliche Verringerung der Symptome erlebten, die einer komplizierte Trauer zugeordnet werden. Bei einer negativen Beziehungsqualität zeigte sich dieser Effekt nicht. Damit kann besser verstanden werden, welche Rolle vermeidendes Bindungsverhalten in der Verlustbewältigung spielt. Zudem wird deutlich, dass der Beziehungsqualität eine entscheidende Funktion im Zusammenhang von Bindung und Trauer zukommt.

Mancini, Anthony D.; Robinaugh, Don; Shear, Katherine; Bonanno, George A. (2009): “Does At-tachment Avoidance Help People Cope With Loss? The Moderating Effects of Relationship Quality”, in: Journal of Clinical Psychology, Vol. 65, Nr. 10, S.1-10.

Bei Interesse am gesamten Artikel wenden Sie sich bitte an h.willmann@trauerforschung.de.

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