Benjamin W. Bellet, Payton J. Jones, Robert A. Neimeyer, Richard J. McNally

Verluste können schwerwiegende Folgen für Hinterbliebene haben. So kann bei ihnen beispielsweise eine Komplizierte Trauer auftreten. Manchmal jedoch erleben Trauernde mit Symptomen einer Komplizierten Trauer als Folge des Verlustes auch positive Auswirkungen wie Posttraumatisches Wachstum.

Wir gehen davon aus, dass Trauer und Wachstum gemeinsam auftreten und sich wechselseitig beeinflussen können, indem die jeweils konstituierenden Symptome sich gegenseitig verstärken oder abschwächen. Wir untersuchten bei jungen Erwachsenen, die einen Verlust erlitten hatten, die Netzwerke der Symptome von Komplizierter Trauer und posttraumatischem Wachstum, um aufzuzeigen, wie Symptome von Trauer und Wachstum gemeinsam innerhalb eines möglicherweise kausalen Systems auftreten. Innerhalb des Symptomnetzwerks von Komplizierter Trauer identifizierten wir „Umgang mit Kontrolle und Kontrollverlust“ sowie „Identitätsstörung“ als besonders wichtig. Für das Netzwerk zu posttraumatischem Wachstum waren die Symptome „Entdeckung eines neuen Lebensweges“ und „Zunahme persönlicher Stärke“ besonders relevant. Das Ausmaß an „Erschütterung und Veränderung der eigenen Weltsicht“ stellt das stärkste Bindeglied zwischen den zwei Netzwerken dar und erklärt möglicherweise den Zusammenhang zwischen Trauer und Wachstum.

Bellet, Benjamin W.; Jones, Payton J.; Neimeyer, Robert A.; McNally, Richard J. (2018): “Bereavement outcomes as causal systems: A network analysis of the co-occurrence of complicated grief and posttraumatic growth”, in: Clinical Psychological Science, Vol. 6, Nr. 6, S. 797-809.  

Bei Interesse am gesamten Artikel wenden Sie sich bitte an h.willmann@trauerforschung.de.

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