Samar M. Aoun, Lauren J. Breen, Bruce Rumbold, Kim M. Christian, Anne Same, Julian Abel

Das Ziel der Studie war es herauszufinden, wie gut die Bedürfnisse, die Trauernde haben, und die Angebote, die ihnen ihr soziales Netzwerk macht, zusammenpassen.

Weiterhin wurde untersucht, wie hilfreich Trauernde die Unterstützung ihres sozialen Netzwerks empfinden. Schlussendlich wurde noch ermittelt, ob bestimmte und wenn ja, welche Mitglieder des Netzwerkes hilfreicher waren als andere beziehungsweise wie Gemeinschaften beschaffen sind, die ihre Mitglieder dazu ermutigen, Trauernde zu unterstützen.
Die Antworten wurden durch qualitative Interviews erhoben. Zu diesem Zweck wurden im Jahr 2013 zwanzig trauernde Personen befragt, die in West-Australien leben. Die Antworten wurden mittels einer Framework Analysis ausgewertet, wobei sie innerhalb des Goodnes-of-fit Rahmens abgeleitet wurden.
Die Ergebnisse zeigen, dass ein Großteil der Hilfe informell von Personen geleistet wird, die ohnehin zum Netzwerk des Trauernden gehören. Diese Hilfe wird sowohl als hilfreich wie auch als weniger hilfreich empfunden. Es hängt davon ab, zu welchem Zeitpunkt, auf welche Art und Weise und in welchem Umfang sie geleistet wird beziehungsweise welchem Zweck die Hilfe dient. Um den Bedürfnissen Trauernder besser gerecht zu werden, wäre es sinnvoll zu ergründen, über welche Hilfsmöglichkeiten die verschiedenen Teilnehmer des Netzwerks verfügen und wie diese erweitert werden können. Eine Maßnahme könnte sein, Netzwerke darin zu unterstützen, dass sich die Teilnehmer besser untereinander koordinieren und die Unterstützungsleistungen des Netzwerks ausbauen. Manchmal bestehen Netzwerke aus Mitgliedern, die bereits in langjähriger Beziehung zu den Betroffenen stehen. Es können sich aber auch Kreise bilden, die erst vor dem Hintergrund des Unterstützungsbedarfes zusammenfinden. Aus diesen persönlichen Netzwerken können umfassendere Selbsthilfeorganisationen entstehen, denen sich weitere Menschen anschließen, die bislang noch nicht in einem Netzwerk aktiv waren. So ließe sich auch das Thema Trauer wieder in die Gesellschaft zurückführen, alle Teile der Gesellschaft würden den Betroffenen bei der Verarbeitung helfen, sie würde nicht allein den professionellen Fachkräften überlassen. Vergleichbar mit dem Konzept und der Umsetzung der sorgenden Gemeinschaften (Compassionate Communities), zeigt unsere Studie, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen gemein-schaftlichen Netzwerken und professionellen Fachkräften ist, damit Betroffenen wirkungsvoll geholfen werden kann.

Aoun, Samar M.; Breen, Lauren J.; Rumbold, Bruce; Christian, Kim M.; Same, Anne; Abel, Julian (2019): “Matching response to need: What makes social networks fit for providing bereavement support?”, in: PLoS ONE, Vol. 14, Nr. 3: e0213367.

Bei Interesse am gesamten Artikel wenden Sie sich bitte an h.willmann@trauerforschung.de.

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