Robert Epstein, Christine Kalus, Dr. Mike Berger

In den vergangenen Jahren haben Fragen zur Art und Weise der fortbestehenden Bindung zwischen Hinterbliebenen und Verstorbenen beträchtliche Aufmerksamkeit erhalten. Frühe Theoretiker waren der Ansicht, dass die langfristige Aufrechterhaltung einer solchen Bindung kennzeichnend ist für die Unfähigkeit, den Verlust zu verarbeiten. Neuere Arbeiten haben die Gültigkeit dieser Ansicht jedoch in Frage gestellt.

Ein Problem, welches diese beiden gegensätzlichen Positionen miteinander teilen, besteht darin, dass Theoretiker und Forscher den Begriff „fortdauernde Bindungen“ (continuing bonds) in unterschiedlicher Weise operationalisierten und sich infolgedessen auch unterschiedliche Zusammenhänge mit der Bewältigung des Verlustes ergaben. Die vorliegende Studie untersuchte verschiedene Formen fortbestehender Bindungen wie sie von einer Gruppe verwitweter Studienteilnehmer (N = 45) berichtet wurden. Die Ergebnisse wurden einer Hauptkomponentenanalyse unterzogen, woraus sich drei voneinander unabhängige Aspekte fortbestehender Bindung ergaben:

1. die Präsenz des Verstorbenen wahrnehmen
2. mit dem Verstorbenen kommunizieren und die Beziehung erneut erleben
3. vom Verstorbenen träumen und sich nach ihm sehnen

Jeder dieser Faktoren zeigt einen anderen Bezug zu zahlreichen Kennzeichen der bestehenden Verarbeitung. Die klinische Bedeutung dieser Ergebnisse wird anschließend diskutiert.

Epstein, R., Kalus, C., Berger, M. (2006): „The continuing bond of the bereaved towards the deceased and adjustment to loss“, in: Mortality, Vol. 11, Nr. 3, S. 253-269.

Die komplette Arbeit ist zu finden:
Bei Interesse am gesamten englischsprachigen Artikel wenden Sie sich bitte an h.willmann@trauerforschung.de

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