Dr. Joanne Cacciatore, Dr. Melissa Flint

Achtsamkeitsbasierte Modelle der Trauerbegleitung gibt es bislang so gut wie nicht. Das Modell ATTEND (attunement, trust, touch, egalitarianism, nuance, and death education)* ist ein interdisziplinärer Ansatz für Anbieter von Trauerbegleitung (wozu auch Ärzte, Sozialarbeiter, Therapeuten, Pflegekräfte und andere gehören können).

Dieser Artikel stellt attunement in den Mittelpunkt und erläutert, wie dieses Konzept die negativen Auswirkungen eines traumatischen Verlusterlebnisses mildert, die Rahmenbedingungen für posttraumatisches Wachstum der Hinterbliebenen fördert, das psychische Wohlbefinden der Trauerbegleiter verbessert und die Grundlage für die weiteren Aspekte des ATTEND-Modells bildet. Ein Fallbeispiel soll dabei helfen, das Modell in seiner Breite und Tiefe besser zu verstehen.

Cacciatore, Joanne; Flint, Melissa (2012): „ATTEND: Toward a mindfulness-based bereavement care model”, in Death Studies, Vol. 36, Nr. 1, S. 61-82.

Ausführliches Draft als PDF-Download.
Bei Interesse am gesamten englischsprachigen Originalartikel wenden Sie sich bitte an h.willmann@trauerforschung.de


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Mit Attunement (Einfühlung) ist eine geistige Haltung des Beraters/Therapeuten gemeint, die geprägt ist von Achtsamkeit, Offenheit, Empathie und Selbstwahrnehmung.

Trust (Vertrauen) meint eine mitfühlende und achtsame Qualität der Kommunikation, die viel Wert legt auf eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung, in welcher der Trauernde mit seinen Emotionen und Bedürfnissen gesehen und ernst genommen wird.

Touch (Berührung) meint den bewussten therapeutischen Einsatz von körperlichem Kontakt, z.B. eine Hand auf den Rücken des Trauernden legen.

Egalitarianism (Gleichstellung) bezieht sich auf eine gleichberechtigte Beziehung zwischen Berater und Trauerndem.

Nuance (Schattierung) bezieht sich auf die Offenheit gegenüber individuellen und kulturellen Unterschieden.

Death Education (Unterricht zu Sterben, Tod und Trauer) beinhaltet zwei Aspekte: 1. Die Informationen, die der Berater dem Hinterbliebenen gibt; 2. Die Weiterbildungen, die der Berater selbst besucht.

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