Virginia Barbosa, Mónica Sá, José Carlos Rocha

Ziel: Therapie- und Beratungsangebote für Trauernde werden häufig gefordert, deren Wirksamkeit hingegen ist umstritten. Diese Studie prüft die Wirksamkeit, mit besonderem Augenmerk auf post-traumatische und depressive Symptome, einer kognitiv-narrativen Intervention für Menschen mit komplizierter Trauer (KT).

Methode: Es handelt sich um eine randomisiert-kontrollierte Studie. Verwendet wurden der Socio Demographic Questionnaire (SDQ), das Inventory of Complicated Grief (ICG), das Beck Depression Inventory (BDI) und die Impact of Events Scale-Revised (IES-R). Die Studie hatte drei Phasen: (1) 82 Hinterbliebene höheren Alters wurden mithilfe des SDQ und ICG befragt. Anschließend wurde die 40 Personen mit den höchsten ICG Werten (>25) per Zufallsauswahl in zwei Gruppen eingeteilt: eine Interventionsgruppe (n = 20) und eine Kontrollgruppe (n = 20). (2) Die Teilnehmer wurden mit dem BDI und der IES-R befragt und erklärten sich nach entsprechender Information bereit, an der Intervention teilzunehmen. Diese umfasste vier Treffen, die jeweils 60 Minuten dauerten und ein Mal pro Woche stattfanden. Inhaltlich ging es in der ersten Sitzung um das Erinnern eines der wichtigsten Momente im Zusammenhang mit dem Verlust. Dieser wurde dann beim zweiten Treffen vorgetragen und nach emotionalen und kognitiven Gesichtspunkten strukturiert. Die Sitzungen drei und vier befassten sich dann mit dem Entwickeln von Metaphern und der Neu-Bewerten der Episode. (3) Zwei Monate später wurde die Testung mit ICG, BDI und IES-R erneut durchgeführt.
Ergebnisse: Es zeigte sich im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikante Verringerung der Symptome von Komplizierter Trauer und Depression sowie posttraumatischer Symptome. Die hohe Effektstärke für das ICG, BDI und die IES-R zeigt, dass die Wirkung der Intervention auch zwei Monate nach Abschluss der Intervention noch besteht.
Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse untermauern die Bedeutung von kurzen Interventionen, die nur wenige Treffen umfassen und damit auch geringere Kosten verursachen. Sie zeichnen sich durch eine hohe Wirksamkeit und gleichzeitig geringe Abbrecherquoten aus.   

Barbosa, Virginia; Sá, Mónica; Rocha, José Carlos (2014): “Randomised controlled trial of a cognitive narrative intervention for complicated grief in widowhood”, in: Aging & Mental Health, Vol. 18, Nr. 3, S. 354–362.

Bei Interesse am gesamten englischsprachigen Artikel wenden Sie sich bitte an
h.willmann@trauerforschung.de

Linktipp:
Trauer in Zeiten von COVID-19

www.gute-trauer.de

 



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