Sharon McDonnell, Pauline A. Nelson, Sarah Leonard, Barry McGale, Carolyn A. Chew-Graham, Nav Kapur, Jenny Shaw, Shirley Smith, Lis Cordingley

Hintergrund: Für Fachkräfte des Gesundheitswesens gibt es keine standardmäßige Weiterbildung zum Umgang mit Eltern, deren Kind durch Suizid gestorben ist. Um diese Lücke zu schließen, wurde das evidenzbasierte Training PABBS entwickelt (Postvention Assisting Those Bereaved by Suicide – in deutscher Sprache etwa: Training für Fachkräfte, die Trauernden nach Suizid helfen).

Ziele: Mit Hilfe der Studie sollte (a) das PABBS Training erstmals erprobt und seine Effekte bei den Fachkräften im Umgang mit Hinterbliebenen nach Suizid erforscht werden (bzgl. Veränderung des Wissensstands, Fertigkeiten, Selbstvertrauen). Ebenso (b) sollte geprüft werden, ob die Teilnehmer ein Training dieser Art annehmen und weiterempfehlen können.
Methode: Es wurde eine Prä- und Postevaluation durchgeführt. Die Fachkräfte nahmen an einem eintägigen, gut durchstrukturierten PABBS Intensivtraining teil. Dies beinhaltete: Vorträge/ interaktive Edukation; praxisorientierte Übungen gestützt durch Falldarstellungen sowie ein Hand- bzw./Arbeitsbuch. Die Fragebögen zur Evaluation wurden unmittelbar vor und nach dem Training von den Fachkräften ausgefüllt. Diese erfassten: (a) Eine Selbsteinschätzung zur Veränderung des Wissensstandes, zu den Fertigkeiten und dem Selbstvertrauen (also zur wahrgenommenen Wirksamkeit des Trainings); und (b) die Akzeptanz des Trainings.
Ergebnisse: 62 Fachkräfte haben das Training durchlaufen. Ihrer Einschätzung zufolge verbesserten sich nach dem Training ihr Wissensstand, ihre Fertigkeiten und ihr Selbstvertrauen. Ebenso wuchs ihr Verständnis und der Wille mehr über das Thema zu erfahren sowie die Motivation, die praktische Arbeit zu verändern. Das Training wurde sehr positiv bewertet, insbesondere die evidenzbasierten und mit Fallbeispielen ausgestatteten Arbeitsunterlagen. Es wurden nur geringfügige Verbesserungsvorschläge gemacht.
Einschränkungen: Die Auswahl der Stichprobe sowie die Verwendung von Selbsteinschätzungsverfahren können als Einschränkungen angesehen werden.  
Schlussfolgerungen: Das PABBS Training kann dazu beitragen, Fachkräfte des Gesundheitswesens dazu zu befähigen, trauernde Eltern nach Suizid besser zu unterstützen. Die evidenzbasierten Inhalte fanden hohe Akzeptanz und zeigten sich als das zentrale Element zur Erreichung von Veränderungen in der Haltung bzw. den Einstellungen der Fachkräfte.

McDonnell, Sharon; Nelson, Pauline A.; Leonard, Sarah; McGale, Barry; Chew-Graham, Carolyn A.; Kapur, Nav; Shaw, Jenny; Smith, Shirley; Cordingley, Lis (2020): „Evaluation of the Impact of the PABBS Suicide Bereavement Training on Clinicians' Knowledge and Skills“, in: Crisis, Vol. 10, S. 1-8, Doi: 10.1027/0227-5910/a000646. [Epub ahead of print]

Bei Interesse am gesamten Artikel wenden Sie sich bitte an h.willmann@trauerforschung.de.

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