Dr. Margaret Stroebe, Dr. Henk Schut, Dr. Kathrin Boerner

In der wissenschaftlichen Literatur herrscht Unklarheit darüber, ob es für die erfolgreiche Verarbeitung eines Verlustes besser ist, die Verbindung zum Verstorbenen zu lösen oder weiter zu führen.

Zudem ist ungeklärt, welche Bindungsstile bzw. der Bindung zugrunde liegenden Prozesse eher adaptive oder maladaptive Ergebnisse der Verlustbewältigung bedingen. Darüber hinaus ist festzustellen, dass die empirische Forschung hierzu selten theoriegeleitet ist. Dieser Artikel stellt ein theoretisches Modell vor, welches Vorhersagen darüber ermöglichen soll, wann das Fortführen bzw. Lösen der Bindung zum Verstorbenen hilfreich, heilsam oder problematisch ist. Die Bindungstheorie liefert einen allgemeinen Rahmen, mit dessen Hilfe man die individuell unterschiedlichen Muster, in denen sich die fortbestehende Bindung auswirkt, besser verstehen kann. Unser theoretisches Modell, welches trauerspezifische Konzepte mit der Bindungstheorie verknüpft, ermöglicht es einerseits verschiedene Formen der Bindung zum Verstorbenen und die Anpassung an den Verlust in Verbindung zu setzen (hierbei wird das Duale Prozessmodell von Stroebe & Schut, 1999, zugrunde gelegt). Andererseits ermöglicht es, Annahmen darüber zu formulieren, welche Gedanken über den Verstorbenen mit dem Bewältigungsprozess verbunden sind (aufbauend auf der Mental Representations Theory von Boerner & Heckhausen, 2003). Somit kann dieses integrative Modell dazu dienen, den Zusammenhang zwischen der fortbestehenden Bindung zum Verstorbenen und der Anpassung an den Verlust zu untersuchen.

Stroebe, Margaret, Schut, Henk, Boerner, Kathrin (2010): „Continuing bonds in adaption to bereavement: towards theoretical integration”, in: Clinical Psychology Review, Vol. 30, S. 259-268.

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